Wo ist der Bedarf für Terminals?

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19.10.2010

Bürgerinitiative „Rettet den Haidforst“ diskutierte

Beim Treffen der Bürgerinitiative „Rettet den Haidforst“ in den Paulaner Stuben wurde über die Empfehlung des Eisenbahnbundesamts diskutiert, den Standort Traunstein für ein Güterterminal nicht weiterzuverfolgen (wir berichteten). Die Bürgerinitiative war schon immer der Meinung, dass es in unserer Region sowieso keinen Bedarf für ein Umschlagterminal gibt, weder in Traunstein noch am Alternativ-Standort Teisendorf. Viele produzierende Firmen in der Region stellen Produkte her, die entweder viel zu klein für einen Container-Versand sind, oder für die der Bahntransport nicht schnell genug ist – und es gibt Firmen, die den Container-Versand per Bahn gerne auf dem eigenen Gelände organisieren wollen. Darüber hinaus gibt es einen riesigen Umschlagbahnhof in München-Riem und das DB-Schenker-Terminal in Salzburg-Bergheim, das nach Informationen der Bürgerinitiative nicht ausgelastet ist.

Ein anwesendes Ehepaar aus Aiging beschwerte sich: „Es gibt einen Hochglanzprospekt über die Schönheit Nussdorfs, aber wir Aiginger wissen überhaupt nicht, ob und was hier weiter geplant wird.“

Der Vorsitzender der Bürgerinitiative Werner Siegl antwortete: „Geht es hier um einen Gleisanschluss mit einfacher Umladestation oder eine Anlage als „Rollende Landstraße“ oder gar um ein Container-Vorratsterminal? – Es wird über die Köpfe der betroffenen Bürger hinweg in Amtsstuben und Rathäusern geplant, ohne die Bürger überhaupt zu informieren“, sagte er und zitierte dabei aus einem Leserbrief einer Aiginger Bürgerin im Traunsteiner Tagblatt, die das vor kurzem so treffend darstellte.

Werner Siegl berichtete dann von den Kontakten zu anderen Bürgerinitiativen gegen überdimensionierte Verkehrsprojekte in der Gegend. Er entwarf eine unangenehme Vision: „Große LKWs fahren über die geplante neue Salzachbrücke und neu gebaute Landstraßen zu einem Güterterminal im Haidforst. Dort werden Produkte, die ganz woanders hergestellt wurden, in Container verladen und per Bahn auf dem Gleis am Krankenhaus vorbei weiter verschickt. Andere Regionen würden so nur ihren Verkehr, Schmutz und Lärm zu uns nach Aiging und nach Traunstein bringen, und sonst nichts“, sagte er. Alle Anwesenden waren sich einig, dass das ja wohl nicht im Sinne der Traunsteiner, Aiginger und Nussdorfer Bürger sein kann.

Die BI „Rettet den Haidforst“ wird am 30. Oktober in Waging mit dabei sein, wenn sich Bürgerinitiativen „gegen ausufernde Verkehrsprojekte“ aus Südostbayern und angrenzendem Österreich in einer großen Veranstaltung vernetzen werden.

Wolfgang Wörner