Traunsteiner Bürger wollen den Haidforst erhalten, so wie er ist

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Zum wiederholten Mal trafen sich Traunsteiner Bürger mit der Interessengemeinschaft „Rettet den Haidforst“ im Sailer Keller. Sie wollen alle den Haidforst erhalten, so wie er ist.

Rosi Berger, die die Veranstaltung leitete, sagte: „Der von der Stadt Traunstein an der Einmündung der Wasserburger Straße in die Nordost-Umfahrung geplante Kreisverkehr ist doch ein Schildbürgerstreich: Er wird nur den Verkehrsfluss hindern und schon die Machbarkeitsstudie kostet Tausende Euro“. Und Wolfgang Wörner zweifelt weiterhin den von der Stadt Traunstein genannten großen Bedarf an Grundstücken an, der diesen teuren Kreisverkehr an der Einmündung der Wasserburger Straße in die Nordost-Umfahrung rechtfertigen würde.

„Und bei der jüngsten Untersuchung im Haidforst wurden seltene geschützte Tierarten gefunden, die eine schnelle Bebauung nicht ermöglichen“, ergänzte Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz.

„Was soll denn weiteres Gewerbe bringen in einem bereits überversorgten Land“, meinte Stadtrat Stephan Hadulla (Bündnis 90/Die Grünen). Er befürchtet, dass wir uns mit weiterer Bodenversiegelung unsere Lebensgrundlagen für immer zerstören.

Auch Martin Benker will keine weitere Flächenversieglung. „Und in Traunstein wird diskutiert, einen Fuß- und Radweg entlang der Traun zu teeren“, erboste er sich.

Helga Mandl sah einen ganz deutlichen Zusammenhang zwischen dem grassierenden Flächenverbrauch und den „Fridays For Future“-Demonstrationen, die junge Leute seit Wochen in ganz Europa veranstalten: Die Verantwortlichen, selbst bei uns in Traunstein, ficht doch gar nicht an, dass den jungen Leuten hier die Zukunft geraubt wird“, ärgert sie sich.

Die weiteren Wortmeldungen bezogen sich dann wieder ganz konkret auf den Traunsteiner Haidforst: Johann Kainz wäre es lieber, wenn das bestehende Gelände der Firma Schaumaier kleiner wäre und Claudia Lahr will den Haidforst so lassen, wie er ist, weil sie sich mit ihrer Familie gern dort aufhält

Franz Wolferstetter ist Pilzsammler: „Wenn hier weiteres Gewerbe angesiedelt wird, gehen wunderschöne Schwammerlgründe verloren“, wusste er. Und Beate Rutkowski ergänzte: „Ein Wald ist nicht einfach eine Ansammlung von Bäumen, sondern ein Lebensraum, den man nicht einfach anderswo ersetzen kann.

Und für neues Gewerbe schlägt Stadtrat Wilfried Schott (Bündnis 90/Die Grünen) vor, kleinen Start-ups dies zu ermöglichen. „Die brauchen wenig Platz und der findet sich leicht in der Innenstadt – ohne neue Bodenversieglung“, so seine feste Meinung. Franz Wolferstetter war von dieser Idee begeistert: „So bleiben die jungen Leute nach dem Studium hier und ziehen nicht nach München“, sagte er.

Die Interessengemeinschaft „Rettet den Haidforst“ wird sich auch weiterhin treffen und alles in ihrer Macht stehende unternehmen, dass der Traunsteiner Haidforst so bleibt, wie er ist.

Wolfgang Wörner