„Traunstein ist glücklicherweise von Wald umgeben“

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Begehung des Traunsteiner Haidforsts mit Beate Rutkowski

„Wie gut, dass wir Traunsteiner einen Wald haben, den man mit dem Fahrrad erreichen kann“, sagte Ina Holzner bei einem gemeinsamen abendlichen Spaziergang durch den Haidforst mit Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz.

Eingeladen hatten Rosi Berger und Claudia Lahr, die zusammen mit vielen anderen den Haidforst schützen und erhalten wollen.

Rutkowski berichtete am Anfang der Wanderung, dass 2018 voraussichtlich das heißeste Jahr werden wird, seitdem das Wetter aufgezeichnet wird. Große Städte gießen mittlerweile ihre Straßenbäume und befeuchten regelmäßig die Fahrbahnen, damit es nicht noch heißer wird. „Traunstein ist glücklicherweise von Wald umgeben und das muss unbedingt so bleiben, jede Schneise wäre höchst problematisch“, so Rutkowski. Stadträtin Burgi Mörtl-Körner ergänzte: „Welch Glück, dass wir Traunsteiner an einem so heißen Tag im kühlen Wald spazieren gehen können.“

Claudia Lahr liegt es immer schon am Herzen, vor allem die Kinder für die Natur zu begeistern. Deshalb freute sie sich besonders, dass viele interessierte Kinder beim Spaziergang dabei waren, die mit ihrem Wissen über Fledermäuse glänzten, nebenbei Müll einsammelten und kluge Fragen zum Wald stellten. So fragte ein Kind, warum es im Wald so schöne Farne gibt? Antwort: „Farne sind ein Anzeichen, dass im Waldboden noch viel Wasser gespeichert ist.“

Gegenüber dem Gelände der Firma Schaumaier liegt die geschützte „Naturwaldparzelle“ Dort gibt es zum Beispiel einen Baum, der auf 4 Meter Höhe abgesägt wurde. In diesem toten Baum haben Spechte Löcher geklopft, die nun Fledermäusen als Wohnhöhlen dienen. Außerdem nisten die geschützten Dohlen hier. „Woran erkennt man Dohlen?“ wollte eine Schülerin wissen: „Dohlen sehen aus wie Raben, aber mit einem grauen Kopf“, erklärte Rutkowski.

Viele Spaziergänger sind seit langem erbost, dass durch das zusätzliche Areal der Firma Schaumaier der bisherige Wanderweg unterbrochen wurde und der vorgesehene Fußweg entlang des Schaumaier-Zauns bis heute nicht entstanden ist. Doch glücklicherweise gibt es seit kurzem einen Pfad vom Wegende quer durch den Wald, der wieder Rundwanderungen zulässt. Die Kinder haben den schmalen Pfad mit Begeisterung erkundet und Rosi Berger sagte: „Wie schön, für diese Maßnahme musste kein Baum sterben.“

Im Laufe der abendlichen Wanderung kam die Gruppe bis ans Nussdorfer Gemeindegebiet, wo eine Fläche Wald abgeholzt wurde, um Kies zu gewinnen und danach Gewebebauten zu errichten. Ein trauriger und hässlicher Anblick“, sagte einer der Teilnehmer und Helga Mandl ergänzte: „Wer heute noch ersatzlos Wald abholzt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Der Klimawandel ist da, auch in Traunstein.“