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Nächstes Treffen

Das Treffen im Mai entfällt. Unser nächstes Treffen ist am Dienstag, den 12. Juni. Näheres wird noch bekannt gegeben.

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Stand 10.11.2010:
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Bund Naturschutz Traunstein

Kto.: 14878

BLZ: 710 520 50

Sparkasse Traunstein

Verwendungszweck:

"Haidforst"

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Widerspruch gegen die Umwidmung des Flächennutzungsplans hinsichtlich des westlichen Haidforsts in ein Gewerbegebiet

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich widerspreche dem Stadtratsbeschluss vom  25.03.2010, dass der westliche Haidforst mit insgesamt 29 ha im Flächennutzungsplan als Gewerbegebiet ausgewiesen werden soll.
Begründung:

  1. Es besteht kein Bedarf an neuen Gewerbeflächen:
    Die Stadt Traunstein hat im Augenblick keinen akuten Bedarf an neuer Gewerbefläche, da aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Lage keine Interessenten vorhanden sind. Sollten sich kurzfristig Interessenten melden, können diese auf eine ca. 6 ha große von der Stadt Traunstein bereits als Gewerbegrund ausgewiesene Fläche zurückgreifen. Es handelt sich um zwei Gebiete mit jeweils 3 ha. Bei genauerer Untersuchung der städtischen Gegebenheiten dürften sich im übrigen Stadtgebiet weitere Flächen für die gewerbliche Nutzung  finden lassen.Die umliegenden Gemeinden (Nußdorf, Surberg)  bieten ebenfalls freie Gewerbeflächen möglichen Interessenten an. Diese Flächen befinden sich durchaus in Stadtnähe. Meines Wissens müssen Städte und Gemeinden Grundstücke zum ortsüblichen Preis verkaufen, damit ist aufgrund des höheren Preisniveaus Traunstein „zweiter Sieger“. Deshalb ist auch langfristig nicht mit einem so großen Bedarf im Stadtbereich Traunstein zu rechnen. Ich weise darauf hin, dass nur wenige Interessenten (z. B. Handel, Ärzte = keine Gewerbesteuer!) tatsächlich den postalischen Standort Traunstein benötigen.
  2. Schaffung eines riesigen Gewerbegebiets vom Gewerbegebiet Kaserne bis Aiging:
    Mit der Ausweisung des westlichen Haidforsts als Gewerbegebiet würde mit dem angrenzenden Gewerbegebiet im Gemeindebereich Nußdorf ein gigantisches Gewerbegebiet von ca. 80 ha entstehen. Auf einer Länge von mindestens 6 km würde die Landschaft durch das Gewerbegebiet zersiedelt. Für eine Kreisstadt mit ca. 18.000 Einwohnern erscheint mir ein derartig großes Gewerbegebiet überdimensioniert. Die alteingesessenen Handelsbetriebe würden wahrscheinlich in das neue Gewerbegebiet abwandern oder ihre Existenzgrundlage aufgrund der zu großen Konkurrenz verlieren. Als gutes Anschauungsobjekt bietet sich Salzburg an, dort kämpft der Einzelhandel in der Innenstadt ums Überleben, da der Europark große Teile der Kaufkraft abschöpft.
  3. Langfristige Städteplanung:
    Die Stadt Traunstein, die damit wirbt, dass sie im Chiemgau das Zentrum für Handel, Gesundheit und Dienstleistung ist, sollte bei ihrer Städteplanung auch berücksichtigen, dass im Chiemgau ein großer Teil des Bruttosozialprodukts durch den Tourismus erwirtschaftet wird. Die Städteplaner sollten deshalb darauf achten, dass der Stadtkern belebt bleibt, damit Traunstein weiterhin ein Anziehungspunkt für Touristen und andere Besucher ist. Nur wenn die Menschen in die Stadt kommen, können sie dort Geld ausgeben.
  4. Verlust als Naherholungsraum für Traunsteins Bürger:
    Gerade in der Nähe des Haidforsts leben sehr viele Bürger Traunsteins: Siedlung Haidforst, Wohngebiet Breslauer Ring, Wohnblöcke rund um die Eugen-Rosner-Straße. Diese Bürger erreichen  den Wald ohne Probleme zu Fuß. Mit der Eröffnung der Nord-Ost-Umfahrung von Traunstein im Jahr 2012 gewinnt der westliche Haidforst noch größere Bedeutung als Naherholungsgebiet, da weite Teile des östlichen Haidforsts (mindestens bis zur so genannten Panzerstraße) durch den Verkehrslärm und den zu erwartenden Zivilisationsmüll (achtlos auf dem Autofenster geworfener Müll) an Erholungswert deutlich verlieren wird. Im Bereich der noch entstehenden Traunbrücke der Nord-Ost-Umfahrung wird der Müll sehr weit in Richtung Klobenstein gestreut werden, da häufig Westwind vorherrscht und durch die große Höhe der Brücke die „Flugbahn“ des entsorgten Mülls beträchtlich sein wird.Sowohl der westliche wie auch der östliche Haidforst ist gerade für ältere Menschen, Behinderte und junge Familien ein ideales Naherholungsgebiet, da keine Steigungen bewältigt werden müssen (z. B. Rollstuhlfahrer und Kinderwägen).
  5. Der in Aussicht gestellte Ausgleich ist nicht möglich:
    Alter Baumbestand geht verloren. Es dauert mehr als 3 Generationen (=100 Jahre), um wieder ein ähnliches Waldgebiet zu erhalten. Für die nachfolgenden Generationen wäre die Zerstörung des westlichen Haidforsts nicht reparabel.Der vorhandene Waldboden ist für unser Klima so kostbar, durch die Abholzung geht dieser unwiederbringlich verloren, bis aus der aufgeforsteten Wiese wieder Waldboden entstanden ist, vergehen Jahrzehnte.Bei dem in Aussicht gestellten Ausgleich handelt es sich nicht um eine Ersatzpflanzung 1:1, da keine 29 ha Aufforstungsfläche zur Verfügung stehen.Ausgleichsflächen sind nicht dauerhaft gesichert (vielleicht ist gerade dort in 20 Jahren neuer Bedarf an Gewerbeflächen oder einer neuen Umgehungsstraße).
    Außerdem ist es zweifelhaft, ob weitere Waldflächen z. B. in Froschham bei Waging, als Naherholungsgebiet für Traunsteins Bürger in Frage kommen, denn was hilft einer jungen Mutter oder einer Rentnerin ohne Führerschein aus Traunstein ein perfektes Waldgebiet in 15 km Entfernung, wenn sie mal „schnell“ ihren nachmittäglichen Waldspaziergang machen will.
  6. Durch die Änderung des Flächennutzungsplans ist der Haidforst als Ökosystem in Gefahr:
    Durch eine Abholzung verlieren viele Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum: Spechte, Dohlen, Käuze, Fledermäuse und eine Vielzahl von Kleinlebewesen, die als Lebensgrundlage Totholz benötigen.
  7. Wertvolle Forschungsarbeit wird vernichtet:
    Seit über 40 Jahren wird der westliche Haidforst von der Technischen Universität München betreut. Unter der Anleitung der TMU wurde der westliche Haidforst in den letzten Jahrzehnten zu einem Mischwald umgebaut, um den Veränderungen, die  durch den Klimawandel ausgelöst werden, entgegenzuwirken.Für die vorbildliche Bewirtschaftung hat die bayrische Staatregierung die Stadt Traunstein im Dezember 2009 ausgezeichnet. Der neue Flächennutzungsplan steht zu den jahrzehntelangen Bemühungen im krassen Gegensatz.
  8. Verlust des Schutzes vor klimatischen Veränderungen:
    Regen: Gerade in den letzten Jahren sind immer häufiger Starkregen aufgetreten und haben zu Überschwemmungen geführt.  Waldböden sind in der Lage große Mengen Wasser zu speichern und das Wasser wieder sehr dosiert abzugeben. Um den Hochwasserschutz für die Bevölkerung zu gewährleisten, ist es wichtig, Wälder zu erhalten.Sturm: Durch den zu erwartenden Klimawandel werden Stürme an Anzahl und Heftigkeit zunehmen. Der westliche Haidforst bot in der Vergangenheit Schutz als die Stürme Lothar 1999, Kyrill 2007, Paula 2008 übers Land zogen, sowohl für den östlichen Haidforst als auch für die angrenzenden Siedlungsgebiete. Dieses Waldgebiet wird diese Aufgabe auch in Zukunft übernehmen.
    Umweltverschmutzung: Wälder haben eine große Filterfunktion hinsichtlich der Feinstaubbelastung: für die Gesundheit des einzelnen ein wichtiger Aspekt.
  9. Mit Änderungen des Flächennutzungsplans geht der Haidforst als Wirtschaftswald verloren:
    Mit der Umwidmung im Flächennutzungsplan sehe ich die nachhaltige, gewinnbringende Nutzung des Haidforsts als Wirtschaftswald gefährdet, da in meinen Augen die Gefahr besteht, dass im Hinblick auf die zukünftige Bebauung keine Pflege und Erneuerung des Baumbestands mehr erfolgt.Die Bewirtschaftung des Haidforsts hat in der Vergangenheit Gewinne erzielt, weil das Holz gesund ist. Die geschlagenen Bäume erzielen aufgrund ihres geraden und kräftigen Wuchses auf dem Holzmarkt gute Preise.Die Bewirtschaftung ist einfach und kostengünstig, weil der Baumbestand auf einer ebenen Fläche steht und die Holzgewinnung durch die zahlreichen Forstwege relativ einfach ist.
  10. Verlust einer alternativen Energiequelle:
    Ich denke, dass auch im Hinblick auf die Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen der Wald in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen wird und damit noch wertvoller wird.

Mit freundlichen Grüßen