Ein Jahr „Rettet den Haidforst“

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1. Dezember 2010

Traunsteiner Bürgerinitiative beging Jubiläum

„Wo begeht eine Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt eines großen Waldstücks einsetzt, ihr einjähriges Jubiläum? – Im Wald natürlich“, sagten sich die Mitglieder der Traunsteiner Initiative „Rettet den Haidforst“ und so trafen sich Mitglieder und Gäste am Rande „ihres“ Haidforsts.

BI-Vorsitzender Werner Siegl berichtete gleich am Anfang, dass es nunmehr nicht nur Planungen für ein Güterterminal gebe, sondern für ein ungleich größeres „Multifunktionsterminal“. Für ein Güterterminal gibt es nach Ansicht der BI kaum Bedarf aus der heimischen Wirtschaft. Ein Multifunktionsterminal bedeutet hingegen, dass Lastwägen und Container, die mit unserer Region gar nichts zu tun haben im dann gerodeten Haidforst von der Straße auf die Schiene verladen würden. Beate Rutkowski sagte: „So ein Verkehrsknotenpunkt Schiene/Straße darf einfach nicht in einem wertvollen Waldgebiet fernab von der Autobahn und der Eisenbahn-Hauptverkehrsstrecke geplant werden“. Die gleiche Meinung vertrat Rainer Schenk, Umweltreferent der Stadt Traunstein mit den Worten: „ Ein so kostbares Stück Natur darf weder einem Terminal noch anderen Gewerbeansiedlungen zum Opfer fallen“. Wolfgang Wörner präzisierte: „Mit einem Multifunktionsterminal verlieren die Traunsteiner ihren Haidforst und bekommen dafür eine riesige Anlage, die der Stadt und dem Kreis außer Lärm und zusätzlichen Schwerverkehr recht wenig bringt“ – und Werner Siegl befürchtete, dass die Stadt Traunstein dann lediglich ein billigerGrundstückslieferant werde. Kreisrätin Burgi Mörtl-Körner stellte schließlich heraus, dass ein Terminal nur wenige Arbeitsplätze schaffe und lange Zeit keine Gewerbesteuereinnahmen für Traunstein bringen werde.

Exakt am Tage des Jubiläums konnte man in den Zeitungen lesen, dass Minister Söder die Genehmigung zur Erweiterung des Traunsteiner Krankenhauses gegeben hat. Der Neubau soll auf dem Gebiet des jetzigen Parkhauses entstehen. Mit Bezug hierauf stellte Alexandra Adler die fast schon provokante Frage: „Sollen die Güterzüge dann mitten durch das Krankenhausareal fahren?“

Nach einer Runde Tee, Punsch und Keksen wanderte die Gruppe bei leichtem Schneefall durch den schon winterlichen Haidforst. Dabei appellierte Rosi Berger an die Traunsteiner Stadträte und andere Entscheidungsträger mit den beinahe pathetischen Worten: „Die wahre Größe eines Menschen erkennt man daran, dass er nach Abwägen von Für und Wider seine bisher vertretene Meinung auch ändern kann“ – Zum Abschluss der Veranstaltung sprach Alexandra Adler im Namen der Gäste: „Wir danken der Bürgerinitiative für ihren bisherigen Einsatz und wir hoffen, dass es in einem Jahr kein weiteres Jubiläum gibt, weil bis dahin die Entscheidung zur Umwandlung des Haidforsts in ein Gewerbegebiet rückgängig gemacht wurde“.

Wolfgang Wörner