„Der Haidforst ist noch lange nicht gerettet“

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20. November 2010

Treffen der Bürgerinitiative „Rettet den Haidforst“ am 9. November 2010

„Gratulation, Ihr habt Euer Ziel erreicht“. So wurden Mitglieder der Bürgerinitiative „Rettet den Haidforst“ in letzter Zeit von Freunden und Bekannten angesprochen, die von der Empfehlung des Eisenbahnbundesamts gelesen hatten, den Standort Traunstein für ein Güterterminal nicht weiter zu verfolgen (wir berichteten). Das Eisenbahnbundesamt ist „Bewilligungsbehörde“ und somit zuständig für Standortentscheidungen.

Doch auf der letzten Sitzung der BI in den Paulaner-Stuben waren sich die zahlreich anwesenden Mitglieder und Gäste einig: „Der Haidforst ist noch lange nicht gerettet“.

Werner Siegl, Vorsitzender der Bürgerinitiative erklärte, warum das so ist: „In verschiedenen Zeitungen war zu lesen, dass die Wirtschaftsförderungs GmbH des Landkreises Traunstein das Ergebnis des Prüfberichts nicht nachvollziehen könne, an das Amt schreiben werde und eine Berichtigung der Entscheidung erwarte“ (wir berichteten ebenfalls). Das Ziel der Wirtschaftsförderungs GmbH ist es, das Terminal doch noch nach Traunstein zu holen.

Doch auch die Bürgerinitiative steht mittlerweile in Briefkontakt mit dem Eisenbahnbundesamt. So wurde auf der Versammlung beschlossen, einen weiteren Brief zu schreiben, in dem unter anderem darum gebeten wird, das zu erwartende Frachtaufkommen nochmals zu untersuchen. Die Bürgerinitiative hat sich umgehört und sieht wenig Bedarf der heimischen Wirtschaft für ein derartiges Terminal, weder in Traunstein noch am „Alternativstandort“ Teisendorf. In Salzburg gibt es bereits ein derartiges Terminal, das von der Firma Schenker, einer Tochter der deutschen Bahn betrieben wird. Dieses ist nach Informationen der BI nicht ausgelastet und soll darüber hinaus noch erweitert werden.

Als zweitens Argument, warum der Haidforst noch nicht gerettet sei, führte Werner Siegl an: „Der Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans „Haidforst“ ist vom Traunsteiner Stadtrat noch nicht zurückgenommen worden“. Das heißt im Klartext, selbst wenn ein Güterterminal nicht kommt, kann der Haidforst trotzdem zum Gewerbegebiet werden.“

Erklärtes Ziel der Bürgerinitiative ist deshalb die Rücknahme der Beschlüsse des Traunsteiner Stadtrats zur Umwandlung des Haidforsts in ein Gewerbegebiet. Diese Beschlüsse waren im September 2009 und im März diesen Jahres mit den Stimmen von CSU und UW getroffen worden. – “Erst wenn die Beschlüsse zurückgenommen sind, können wir sicher sein, dass der Haidforst das bleibt, was er heute ist: Ein prämierter Wirtschaftswald und ein Erholungswald für die Traunsteiner Bürger“, waren sich die Anwesenden an diesem Abend einig.

Wolfgang Wörner