Der Haidforst als Wasserspeicher

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 15.06.2010

Wälder sind der ideale Hochwasserschutz

Für die Mitglieder der Bürgerinitiative „Rettet den Haidforst“ war es bei den hohen Temperaturen am Tag des letzten Treffens gar nicht so einfach, über das Hochwasser am Fronleichnamstag zu sprechen. Mit den Worten „Es ist ja längst bekannt, welch idealen Hochwasserschutz ein intakter Wald bietet“, eröffnete Wolfgang Wörner den Abend und so diskutierten die Mitglieder der Bürgerinitiative und ihre Gäste in den Paulaner-Stuben darüber, was wohl sein wird, wenn im Haidforst das vom Stadtrat im Flächennutzungsplan beschlossene Gewerbegebiet entsteht. “Natürlich wird das Areal nach den gültigen Vorschriften entwässert“, waren sich die Anwesenden einig, aber „wo geht das Regenwasser dann hin?“ fragten sie. Die Antwort ist klar: Schließlich und endlich landet das Wasser in der Traun unterhalb von Traunstein und erhöht dort im Falle eines Hochwassers die Wassermenge, mit der man nördlich unserer Stadt fertig werden muss.

Ganz anders verhält es sich, wenn der Haidforst als Wald erhalten bleibt. Zunächst kommt das Wasser viel langsamer am Boden an, was die BI-Mitglieder kürzlich bei ihrem völlig verregneten „Feierabend im Haidforst“ selbst deutlich merkten. „Trotz Dauerregens wanderten wir einigermaßen trocken durch den Wald“, erinnerten sie sich.

Heike Talhammer erklärte dann die „Schwammwirkung“ des Waldes: „Die Krautschicht, das Laub und die Moose saugen sich voll wie ein Schwamm, der darunter liegende Humus und die Wurzeln ebenfalls“. Beate Rutkowski führte fort: „das aufgesogene Wasser geht dann natürlich nicht in den nächsten Bach oder Fluss, sondern wird von den Bäumen später wieder an die Luft abgegeben – ein perfekter Kreislauf.“ – Natürlich könnte ein Regenrückhaltebecken das Wasser zurückhalten, aber Wilfried Schott gab zu bedenken: „So ein Becken würde die Baukosten für dieses Gewerbegebiet deutlich erhöhen – und das Wasser müsse dann später immer noch in die Traun geleitet werden“. Man war sich einig, dass durch technische Maßnahmen die natürliche Hochwasserschutzfunktion eines Waldes niemals ersetzt werden kann.

Die Bürgerinitiative und verschiedene sie unterstützende Gruppen beschlossen, dass sie am 17. Juli gemeinsam mit Informationsständen am Maxplatz darstellen wollen, dass ein Wald ganz allgemein und der Traunsteiner Haidforst im Speziellen noch viele weitere Funktionen für das Wohl von Natur und Mensch haben.

Wofgang Wörner