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„Wo sind die Bäume, ich will sie sehen“

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5 Jahre Bürgerinitiative „Rettet den Haidforst

Vor genau fünf Jahren gründete sich die Traunsteiner Bürgerinitiative „Rettet den Haidforst“. Zum Geburtstag trafen sich Mitglieder und Freunde in den Paulaner-Stuben, um über Erfolge und zukünftige Pläne zu diskutieren.

Wie in den Medien über die letzten Jahre hin berichtet wurde, konnte durch den Einsatz der Bürgerinitiative ein großes Gewerbegebiet mit Güterumladestation im Traunsteiner Haidforst verhindert werden. Es fanden nur zwei Erweiterungen dort ansässiger Betreibe statt, wogegen die BI keine Einwände hatte.

Doch so ganz zufrieden sind die Aktiven noch nicht: „Wo sind die Bäume, ich will sie sehen“, sagte Vera Raschke und bezog sich auf die vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen für den Waldverlust bei den Rodungen für das Leimer- und das neue Schaumaier-Gelände.

BI-Vorsitzender Werner Siegl zitierte sodann aus dem Städtischen Bericht zu den Bürgerversammlungen: „Der notwendige Ausgleich erfolgt nahezu angrenzend im Westen auf einer angekauften Wiesenfläche“. Evi Knauer wohnt ganz in der Nähe dieser Fläche. Sie berichtete jedoch: „Bis heute wurde noch nicht aufgeforstet“. Nachdem Werner Siegl auch die Ausgleichsflächen für die Nordostumfahrung ins Gespräch gebracht hatte, erzählte die Vorsitzende des Bund Naturschutz, Ortsverband Traunstein, Heike Talhammer von der generellen Problematik und fragte „Wer schützt eigentlich die Ausgleichsflächen von früheren Projekten?“ Das erinnerte Wolfgang Wörner an ein Seminar im Traunsteiner Rathaus  einige Tage zuvor (wir berichteten): „Im Seminar „Flächensparen“ kam heraus, dass die Verantwortung für Ausgleichsflächen bei den Kommunen liegt, und das Landratsamt nur nachfragen, aber nichts anordnen kann.“  Heike Talhammer sagte darauf: „Ich fordere ein aussagekräftiges Ausgleichsflächenkataster“. Dem stimmten die Anwesenden zu, denn sie sehen generell eine Gefahr, dass Ausgleichsflächen eines fernen Tages in Vergessenheit geraten könnten.

Ein weiteres Thema des Abends war die erneute Bewerbung Traunsteins für die Landesgartenschau 2022. Obwohl alle Anwesenden die Natur lieben, lehnen die Mitglieder der Bürgerinitiative diese Bewerbung ab. Sie bemängelten, dass die Stadt Traunstein die zu erwartenden Kosten nicht bekannt gibt. Sie befürchten Verluste in Millionenhöhe, die der Stadt jahrelang die Möglichkeit nehmen werden, notwendige andere Ausgaben zu tätigen, zum Nachteil aller Traunsteiner Bürger.

Schließlich ging es noch um die geplanten neuen Gewerbegebiete im Süden der Stadt, denen an der Ortseinfahrt Haslach viele Wiesen zum Opfer fallen sollen.

Die meisten der Anwesenden sprachen sich gegen diesen enormen Flächenverbrauch aus und wollen lieber, dass echte Interessenten sich auf den noch freien Gründstücken im Stadtgebiet ansiedeln und dass Traunstein auch ohne die Landesgartenschau endlich ein Städtebauliches Entwicklungskonzept in Angriff nimmt. BI-Vorsitzender Werner Siegl zitierte nochmals aus dem Städtischen Bericht zu den Bürgerversammlungen: „Im Stadtrat und mit den Bürgern soll die zukünftige städtebauliche Entwicklung diskutiert und programmatisch festgelegt werden.”

So konnte Wolfgang Wörner am Schluss der Veranstaltung zusammenfassen: „Wir haben also weiterhin viel zu tun, um ein attraktives Traunstein für uns Bürger und für die Touristen zu erhalten, anstelle dass wir zusehen wie an jeder Ortseinfahrt gesichtslose Gewerbegebiete entstehen“.

Nächstes Treffen

Die BI trifft sich am 25. November 2014 um 19:30 Uhr in den Paulaner Stuben in der Wasserburger Straße.

Spendenkonto

Bund Naturschutz Traunstein

Kto.: 14878

BLZ: 710 520 50

Sparkasse Traunstein

Verwendungszweck: "Haidforst"